Batterie-Ladeanlagen

Batterie-Ladeanlagen sind Laderäume, Ladestationen und Einzelladegeräte sowie die zum Laden erforderlichen elektrischen Einrichtungen.

Ladegeräte werden im Allgemeinen mit niedrigen Gleichspannungen und höheren Strömen betrieben. Durch Windungs- und Körperschlüsse können Zündenergien und -temperaturen entstehen, die die brennbaren (Isolier-) Stoffe entzünden.

Beim Ladevorgang von Nassbatterien entsteht Wasserstoff (H2), der zusammen mit Raumluft ein explosionsfähiges Gemisch (Knallgas) mit weitem Explosionsbereich (4-76 Vol.%) bildet, das durch Funken, wie sie z.B. bei elektrischen Schaltvorgängen entstehen, oder heiße Oberflächen gezündet werden kann.

Gefahrerhöhend ist der Umstand, dass Ladegeräte nutzungsbedingt außerhalb der allgemeinen Arbeitszeit unbeaufsichtigt betrieben werden und somit Fehler  nicht rechtzeitig erkennbar sind.

Allgemeine Schutzmaßnahmen sind:

  • Ladegeräte müssen auf nichtbrennbaren Unterlagen (Blech, Steinplatten, Brandschutzplatten) abgestellt oder an eine Wand aus nichtbrennbaren Baustoffen angehängt werden.
  • Ladegeräte sollten durch die Benutzer täglich auf sichtbare Beschädigungen und jährlich bzw. im Rahmen der Revision der elektrischen Anlagen geprüft werden.

In Abhängigkeit der Nutzung und Größe des Aufstellraumes sollten mehrere Ladegeräte (je nach Standort ab ca. fünf Einzelgeräten) in einer zentralen Ladestation aufgestellt werden, die im Wesentlichen folgenden Anforderungen genügen muss:

  • Die Unterbringung erfolgt in einem eigenen feuerhemmend abgetrennten Raum.
  • Die Belüftung muss entweder durch eine ausreichende natürliche Belüftung (Anordnung des Raumes an einer Außenwand mit großflächigen Dauer-Zu- und Abluftgittern über dem Boden und unterhalb der Raumdecke) oder durch eine Zwangsbelüftung und -entlüftung (ca. 5-facher Luftwechsel, elektrolytbeständig; Säure-Schutzanstrich, explosionsgeschützt) erfolgen.
  • Die Gasaustrittsöffnungen der Batterien beim Ladevorgang müssen mindestens 1 m von funkenbildenden Betriebsmitteln (Schalter, Ladegerät) entfernt sein.
  • Die elektrische Installation sollte entsprechend Feuchträumen (IP 54, Fehlerstrom-Schutzeinrichtung (RCD)) ausgebildet sein.
  • Die Ladestation muss als erhöht brand- und explosionsgefährdeter Betriebsbereich gekennzeichnet und ausgebildet werden (in Fluchtrichtung aufschlagende Türen, Rauchverbot, keine offenen Zündquellen, Begrenzung ggf. vorhandener Oberflächentemperaturen, z.B. Heizungen, auf Tmax. 200  C).
  • Die Ladestation muss als Lagerverbotszone gekennzeichnet werden.
  • Die Ladestation sollte durch eine Brandmeldeanlage mittels Wärmedifferenzialmelder überwacht werden.

Einzelgeräte sollten mindestens folgende Bedingungen erfüllen:

  • Im Umkreis von 2,5 m (bei feuer-, explosions- und explosivstoffgefährdeten Bereichen, soweit generell zulässig, mindestens 5 m) um die Ladestelle (Ladegerät und Fahrzeug mit Batterie) herum (auch oberhalb) dürfen keine brennbaren Materialien gelagert werden bzw. vorhanden sein.
  • Ladegeräte dürfen keinesfalls in oder an Regalen aufgestellt werden.
  • Der Ladeplatz sollte mittels Farbmarkierungen (gelb-schwarze Bodenmarkierung) oder Absperrgitter dauerhaft und sichtbar abgetrennt und gekennzeichnet werden.
  • Der Ladeplatz sollte, soweit möglich, als Ladebox mit Seitenwänden (nichtbrennbar, wärmebeständig, standsicher, z.B. Mauerwerkswand, Gipsdielenkartonwand), die mindestens 1 m über Oberkante Ladegerät reichen, ausgeführt werden.

VdS-Richtlinien