Verhalten im Brandfall

Für die Effektivität von Rettungs- und Brandbekämpfungsmaßnahmen ist das richtige Verhalten der Betriebsangehörigen von großer Bedeutung.

Vorgesetzte sollten für ihren Zuständigkeitsbereich Anweisungen über besondere Maßnahmen im Brandfall erteilen und ihre Mitarbeiter informieren.

Verhalten bei Brandausbruch

Jeder sollte vorher wissen, was er zu tun hat und wie er sich im Gefahrenfall zu verhalten hat.

  • Ruhe bewahren, Panik vermeiden.
  • Jeder Brand (unabhängig von der Größe) ist sofort zu melden (z.B. an ständig besetzte Stelle, Feuerwehr). Kurze und genaue Angaben über Brandort (Gebäude, Geschoss oder Abteilung), Brandobjekt und Personengefährdung sind zu machen.
  • Bis zum Eintreffen der Feuerwehr sind nach Möglichkeit folgende Maßnahmen zu treffen:
  • Gefährdete Personen verständigen und, sofern erforderlich und möglich, aus dem Gefahrenbereich bringen; Hilfestellung für Behinderte sicherstellen
  • Bei Brandgefahr sind die vom Brand betroffenen sowie die durch den Brand gefährdeten Räume sofort und ruhig über die entsprechenden Fluchtwege zu verlassen und vorgegebene Sammelstellen aufzusuchen (bei verrauchten Räumen möglichst in Bodennähe fortbewegen und idealer Weise Brandfluchthauben anlegen)
  • Bei Gebäuderäumung keine Aufzüge benutzen
  • Feuerschutzabschlüsse, Türen und Fenster schließen
  • Den Brand bekämpfen, ohne dabei eine besondere Gefahr einzugehen. Bei Verwendung von Feuerlöschern sollten mehrere Feuerlöscher gleichzeitig zur Brandbekämpfung eingesetzt werden
  • Anfahrten und Zugänge für die Feuerwehr freihalten, Schlüssel, Feuerwehrplan bereithalten
  • Gefahrenbereich absperren.

Zusammenarbeit mit der Feuerwehr

Bei Eintreffen der Feuerwehr ist dem Einsatzleiter anhand des Feuerwehrplanes kurze sachliche Auskunft zu geben über

  • Lage der Brandstelle,
  • Ausdehnung des Brandes,
  • Konstruktion und Unterteilung des Gebäudes,
  • gefährliche Stoffe (Lagerstätte, Menge)
  • Zugang zum Brandherd,
  • Hinweise auf verletzte, vermisste und gefährdete Personen,
  • ortsfeste Feuerlöschanlagen.

Den Anordnungen des Einsatzleiters der Feuerwehr ist unbedingt Folge zu leisten, die zuständigen Betriebs- und Abteilungsleiter haben ihn zu unterstützen.

Sonstige Verhaltensmaßnahmen

Sofern notwendig und zudem keine Gefahr oder Gefahrerhöhung besteht, was ggf. auch in Abstimmung mit der Feuerwehr festgestellt werden kann, sollten folgende Maßnahmen getroffen werden:

  • Feststellen, ob ortsfeste Feuerlöschanlagen und Rauch- und Wärmeabzugsanlagen (RWA) ausgelöst haben. Erforderlichenfalls sind die RWA manuell auszulösen.
  • Ortsbewegliche Druckgasbehälter (Gasflaschen), brennbare Flüssigkeiten und sonstige brennbare Stoffe aus gefährdeten Bereichen entfernen
  • Absperren von Ver- und Entsorgungsleitungen sowie Abschalten von Lüftungs- und Klimaanlagen
  • Bergung von wichtigen Sachwerten, Fertigungs-, Forschungs- und Planungsunterlagen veranlassen
  • Öl- und Druckluftleitungen absperren
  • Maschinenanlagen außer Betrieb setzen
  • Mit Vorzugssteuerung versehene Aufzüge in ein sicheres Geschoss rufen und dort stilllegen
  • Elektrische Anlagen abschalten (Betriebselektriker hinzuziehen); Dauerversuche und Prozesse dürfen nur auf besondere Anweisung der Betriebsleitung unterbrochen werden und nur, wenn dies ohne zusätzliche Gefährdung möglich ist
  • Wichtige Unterlagen und Güter in Sicherheit bringen.

Die Feuerwehr ist bei einem Brand unverzüglich zu benachrichtigen. Eine Meldung an den Feuerversicherer muss ebenfalls erfolgen.

Normen

  • DIN 14096: Brandschutzordnung
    • Teil 1: Allgemeines und Teil A (Aushang); Regeln für das Erstellen und das Aushängen
    • Teil 2: Teil B (für Personen ohne besondere Brandschutzaufgaben); Regeln für das Erstellen
    • Teil 3: Teil C (für Personen mit besonderen Brandschutzaufgaben); Regeln für das Erstellen