Security

Einbruchdiebstählen lässt sich nur durch ausreichende vorbeugende Schadenverhütungsmaßnahmen begegnen; dies sind in der Regel mechanische oder elektronische Sicherungen wie z.B. Einbruchmeldeanlagen, Videoüberwachung oder Zutrittskontrollanlagen.

Die Informationen im Themenbereich Security geben dem Anwender Hinweise, welche sicherungstechnischen Anforderungen an ein Objekt gerichtet werden sollten. Dabei bleiben Fragen der jeweiligen Gefährdung und der Wirtschaftlichkeit solcher Maßnahmen nicht außer Betracht. Im Ergebnis sind daher 6 unverbindliche Sicherungsklassen für Gewerbeobjekte (SG 1 - SG 6) geschaffen worden. Die Sicherung von Banken, Sparkassen und anderen Zahlstellen (SG 5) stellt einen Sonderfall dar, der ausführlich in den Sicherungsrichtlinien für Banken, Sparkassen und sonstigen Zahlstellen, VdS 2472, beschrieben wird. Weiterhin werden Maßnahmen beschrieben, die dem Schutz vor Raubüberfällen dienen.

In enger Zusammenarbeit der Versicherungswirtschaft mit Vertretern der Kommission Polizeiliche Kriminalprävention der Länder und des Bundes wurden die vorliegenden Informationen zu einem transparenten Sicherungskonzept für Geschäfte und Betriebe ausgearbeitet. Die Erfahrungen der Polizei mit den aktuellen Einbruchtechniken und Vorgehensweisen der Täter bei Raubüberfällen sind unmittelbar eingeflossen.

Sicherungskette

Grundsätzlich empfiehlt es sich, ein gefährdetes Objekt sowohl mit mechanischen als auch mit elektronischen Sicherungen zu schützen bzw. zu überwachen. Von Bedeutung ist dabei, dass sich die Maßnahmen sinnvoll ergänzen und eine Sicherungskette bilden. Einzelmaßnahmen sollten daher immer daraufhin untersucht werden, ob sie die Sicherungskette schwächen oder stärken.

Die hier beschriebenen Sicherungsmaßnahmen gelten für Wände, Fußböden und Decken, welche das Objekt begrenzen, sowie für entsprechende Durchbrüche bzw. Öffnungen wie Türen, Tore oder Fenster. Öffnungen bedürfen in der Regel dann einer mechanischen Sicherung gegen Einbruchdiebstahl, wenn sie sich weniger als 4 m über dem Erdboden befinden oder sie mit vorhandenen Hilfsmitteln von außen, z.B. über Anbauten, Vordächer, Balkone, Feuerleitern, Außengitter erreichbar sind.

Für Sicherungsmaßnahmen empfiehlt es sich, nur anerkannte bzw. zertifizierte Produkte zu verwenden und für diese einen fachgerechten Einbau sicherzustellen, so dass sie ihre volle Wirkung entfalten können. Entsprechende Produkte werden u.a. von der VdS Schadenverhütung GmbH geprüft und zertifiziert.

Die hier aufgezeigten Maßnahmen können lediglich unverbindliche Hinweise darstellen. Im Einzelfall, z.B. bei exponierten Risiken (hohe Wertekonzentration, gefährdete Lage etc.) können zusätzliche Maßnahmen erforderlich sein, um einen wirksamen Schutz gegen die Gefahr des Einbruchdiebstahls bzw. des Vandalismus zu realisieren.

Kommen zertifizierte und anerkannte einbruchhemmende Elemente zum Einsatz (z.B. einbruchhemmende Türen, fachmännisch eingebaute Nachrüstsicherungen an Fenstern etc.) können alle Beteiligten davon ausgehen, dass die Produkte im Verlauf intensiver Prüfungen bewiesen haben, dass sie sehr gut zum Schutz gegen Einbruchdiebstahl geeignet sind. So muss z.B. eine einbruchhemmende Tür einem Angriff mit typischerweise bei Einbrüchen zum Einsatz kommenden Werkzeugen eine bestimmte Mindestzeit standhalten. In der Regel werden die Produkte zum Schutz vor Einbruchdiebstahl in verschiedene Klassen eingeteilt. Untersuchungen der Polizei bestätigen, dass viele Einbruchsversuche an hochwertiger Sicherungstechnik scheitern, indem dem Täter die notwendige Handlungszeit genommen wird.

Die nachfolgenden Sicherungshinweise können schon bei der Planung eines Risikos als Hilfestellung herangezogen werden. Die Erfahrung zeigt, dass der Einsatz anerkannt einbruchhemmender Elemente im Zuge der Objekterrichtung die größte Schutzwirkung entfaltet. Oftmals ist mittels Nachrüstung nicht der gleiche Schutz erreichbar. Hier sollte der Anwender insbesondere darauf achten, welches Element das schwächste Glied in der Sicherungskette darstellt.

Wichtiger Hinweis: Bei Planung, Errichtung und Betrieb der Sicherungsmaßnahmen müssen die örtlich geltenden Richtlinien für Flucht- und Rettungswege eingehalten werden.

Dies gilt insbesondere, wenn geforderte Feuerschutzabschlüsse, z.B. Feuerschutztüren oder -klappen, gleichzeitig zum Schutz gegen Einbrüche eingesetzt werden. Umbauten an diesen Produkten dürfen nur erfolgen, soweit eine bauaufsichtliche Erlaubnis vorliegt. Bei der Sicherung von Fluchtwegen ist es notwendig, das zuständige Bauaufsichtsamt zu konsultieren.