Einbruchmeldeanlagen, Überfallmeldeanlagen

Einbruchmeldeanlagen (EMA) sind vorzugsweise so zu konzipieren, dass Einbrüche/Einbruchsversuche möglichst frühzeitig erkannt und gemeldet werden. Dabei müssen mechanische Sicherungseinrichtungen und die Überwachung durch die EMA unter Berücksichtigung der voraussichtlichen Interventionszeiten so aufeinander abgestimmt werden, dass die Interventionskräfte nach einer Meldung den Einsatzort möglichst schon erreichen können, bevor der Täter die mechanischen Sicherungseinrichtungen überwunden hat. Das Zusammenwirken von Elektronik und Mechanik muss jedoch so ausgeführt werden, dass Falschmeldungen soweit wie möglich ausgeschlossen sind.

In gewerblichen Objekten kommen Einbruchmeldeanlagen (EMA) ab der VdS-Klasse B zum Einsatz. Unter Umständen kann auch der Einsatz von Überfallmeldeanlagen (ÜMA) sinnvoll sein. Während die EMA der Überwachung der vorhandenen Werte dient und ein Eindringen in die Räumlichkeiten melden soll, kann über die ÜMA im Falle eines Überfalles oder einer Bedrohung die Gefahrenlage angezeigt und Hilfe herbeigerufen werden.

Klasseneinteilung

Einbruchmeldeanlagen der Klasse A weisen einen einfachen Schutz gegen Überwindungsversuche im scharfen und unscharfen Zustand auf; die Melder verfügen über eine mittlere Ansprechempfindlichkeit. Einsatzbereich: Haushalte mit geringem Wertsachenanteil.

Einbruchmeldeanlagen der Klasse B weisen einen mittleren Schutz gegen Überwindungsversuche im scharfen und unscharfen Zustand auf; die Melder verfügen über eine mittlere Ansprechempfindlichkeit. Einsatzbereich: Haushalte mit erhöhtem Wertsachenanteil, gewerbliche Objekte einfacher und erhöhter Gefährdung, z.B. Schulen, Supermärkte.

Einbruchmeldeanlagen der Klasse C weisen einen erhöhten Schutz gegen Überwindungsversuche im scharfen und unscharfen Zustand auf; die Melder verfügen über eine erhöhte Ansprechempfindlichkeit. Eine weitgehende Überwachung der sicherheitsrelevanten Funktionen ist vorhanden. Einsatzbereich: Gewerbliche Objekte mit hoher Gefährdung, z.B. Juwelier-, Pelz- und Teppichgeschäfte.

Errichtung

Die Ausführung der Anlagen muss entsprechend den Richtlinien für Planung und Einbau von EMA, VdS 2311, durch eine VdS-anerkannte Errichterfirma erfolgen. Dabei können EMA und ÜMA entweder kombiniert oder als eigenständige Anlagen ausgeführt werden. Planung und Errichtung der Anlagen müssen durch eine VdS-anerkannte Errichterfirma für Einbruchmeldeanlagen erfolgen. Die Ausführung der Anlagen sollte in einem Installationsattest für Einbruchmeldeanlagen, VdS 2170 dokumentiert werden.

Prüfung und Anerkennung

Die Prüfung und Anerkennung von VdS-anerkannten Einbruchmeldesystemen, Errichterfirmen sowie Wach- und Sicherheitsunternehmen erfolgt durch VdS.

Scharf-/Unscharfschaltung

Für die Scharf-/Unscharfschaltung der EMA ist eine Schalteinrichtung mit einem materiellen Identifikationsmerkmalträger (z.B. mechanischer oder besser elektronischer Schlüssel, Chipkarte) und je nach Klassifizierung zusätzlich eine Schalteinrichtung mit geistigem Identifikationsmerkmal (z.B. PIN, Zahlen-, Ziffern oder Buchstabenkombination) zu verwenden.

Alternativ – oder auch zusätzlich – zur Schalteinrichtung mit geistigem Identifikationsmerkmal kann z.B. eine Schalteinrichtung mit Zeitsteuerung eingesetzt werden, die die Unscharfschaltung der EMA nur zu bestimmten vorher eingestellten Zeiten zulässt.

Auf Grund organisatorischer Gegebenheiten wie Fremdnutzung von Räumen, Begehung der Räume durch Drittkräfte, unterschiedliche Arbeitszeiten, Instandhaltungsarbeiten, Mehrfachnutzung von Räumen, kann es erforderlich sein, die EMA in mehrere Sicherungsbereiche zu unterteilen, die dann separat scharf/unscharf geschaltet werden können.

Bereiche, die z.B. nur selten begangen werden müssen, sollten so ausgeführt sein, dass diese bis auf die Zeit der Begehung immer extern scharfgeschaltet bleiben können.