Verglasung

Nicht einbruchhemmende Verglasungen

Verglasungen mit folgenden Gläsern bieten keine Sicherheit gegen Einbruch:

  • Kristallspiegelglas/Floatglas
  • Ornamentglas
  • Mehrscheibenisolierglas
  • Drahtglas
  • Einscheibensicherheitsglas, z.B. Sekurit®
  • Profilbauglas
  • Glasbausteine, ausgenommen spezielle, für den Einbruchschutz entwickelte Elemente in Verbindung mit der zugehörigen Verankerung

Einscheibensicherheitsgläser, z.B. Sekurit®, Drahtglas und dünnes Verbundsicherheitsglas, sind Gläser, die z.B. in Brüstungen, Eingangstüren oder Fluchtwegen aus Gründen der Unfallverhütung verwendet werden müssen. Oft werden sie aufgrund ihrer Bezeichnung als Sicherheitsglas fälschlicherweise als einbruchhemmend angesehen. Durch die nachträgliche Anbringung von so genannten Splitterschutzfolien wird die Einbruchhemmung der oben aufgeführten Gläser in der Regel nicht ausreichend verbessert.

Einbruchhemmende Verglasungen

Einbruchhemmende Verglasungen bestehen aus mehreren Glasscheiben, die durch hoch reißfeste Kunststofffolien verbunden sind. Je nach Ausführung bietet dieses Verbundsicherheitsglas (VSG) Schutz gegen Durchwurf (Werfen von Gegenständen durch die Scheibe) oder Durchbruch (Durchbrechen der Scheibe, um hindurch steigen zu können). Bei Stoß oder Schlag splittert zwar das Glas, die Bruchstücke haften aber fest an den Kunststofffolien; ein gewaltsames Durchdringen wird somit erschwert.

Aufbau von einbruchhemmenden Verglasungen

Verbundsicherheitsglas kann auch als Mehrscheibenisolierglas ausgebildet sein. Durch eingearbeitete Kunststofffolien oder -platten kann auch bei Isolierglas eine wirksame Einbruchhemmung erreicht werden.

Einbruchhemmende Verglasungen werden von VdS geprüft und anerkannt und entsprechend ihrer einbruchhemmenden Wirkung in unterschiedliche Widerstandsklassen eingeteilt. EH 01 ist die Klasse mit dem niedrigsten und EH 3 die Klasse mit dem größten Widerstand gegen Durchdringen.

Klasse Leistungsmerkmal
EH 01 einfache Durchwurfhemmung
EH 02 höhere Durchwurfhemmung
EH 1 einfache Durchbruchhemmung
EH 2 mittlere Durchbruchhemmung
EH 3 erhöhte Durchbruchhemmung

Durchschusshemmende Verglasungen

Durchschusshemmende Verglasungen werden nach DIN EN 1063 in acht Widerstandsklassen unterteilt. Sie können z.B. aufgrund berufsgenossenschaftlicher Forderungen sowie aus Personenschutzgründen erforderlich sein.

Der Einteilung liegt der Beschuss mit unterschiedlichen Waffen und Geschossarten innerhalb eines definierten Trefferbildes zugrunde. Der Einsatz durchschusshemmender Verglasung ist nur dann sinnvoll, wenn auch die Wände sowie die Rahmenkonstruktionen der jeweiligen Fenster durchschusshemmend ausgeführt sind.

Durchschusshemmende Verglasung

Alarmgläser

Alarmglas besteht aus Verbundsicherheitsglas (VSG) mit Alarmdrahteinlage oder aus vorgespanntem Einscheibensicherheitsglas (ESG) mit eingebrannter Alarmschleife. Während beim VSG die Unterbrechung eines mäanderförmig in den gesamten Glasbereich der Scheibe eingelegten Drahtes zur Meldung führt, zerfällt die ESG bei einem Angriff in kleine Teile und unterbricht somit die Alarmschleife, die sich in einer Ecke der Verglasung befindet. Alarmgläser sollten nur in einbruchhemmender Ausführung eingesetzt werden.

Verglasung mit Alarmschleife

Scheibenstöße

Bei Verglasungen sind Scheibenstöße möglichst zu vermeiden. Anderenfalls muss der Stoß gegen Durchgreifen geschützt sein. Elastische Versiegelungen können durch von außen nicht demontierbare Aluminium- oder Stahlprofile abgedeckt werden. Weiterhin können Angriffe auf den Scheibenstoß durch den Einsatz von Glaszement erschwert werden

Scheibenstöße